Vitamin B12 aus der Apotheke?

Vitamin B12 aus der Apotheke?

Es ist Samstag Nachmittag. Der Moment, an dem mir wieder das mit dem möglichem Vitamin B12 Mangel in die Gedanken kommt.

Bei Vegetariern/Veganern ist der B12 Mangel von allen Vitaminen der größtmögliche, mangelfähige Vitaminmangel und es ist kaum möglich, diesen mit normal gängiger, fleischfreier Nahrung abzudecken. Auch selbst pseudobrutale Karnivoren (das sind “nur abgepackte Wurstesser und oder wenn dann höchstens gehacktes”) haben mittlerweile dieses Problem auf Grund mangelhafter Futtertier-Tierfütterung. Um dieses Vitamin zu erlangen, muss man schon mal zur ausreichend Leber oder Hering greifen. Damit füllt man gleichzeitig ausreichend Antibiotika durch das behandelte Tier, dem man das Fleisch wegnahm und Schwermetalle wie zB. Blei und Quecksilber, was der Fisch frei Haus mitliefert.

Doch was passiert nun bei normaler Ernährung, also bei Vegetariern und Veganern? Um es kurz zu fassen: Nichts. Es besteht die Möglichkeit an das wichtige Vitamin B12 zu gelangen, indem wir das Wurzelgemüse oder die Wurzeln unserer Gemüse so ungewaschen, wie sie ist und ausgegraben wurde, mit zu verzehren. Doch wer macht das schon? Selbst bei eigener Ernte überlassen wir die B12 Bakterien in den meisten Fällen, wenn auch meist nur unbewusst, lieber dem Abwaschwasser. Aber unser System verlangt nach dem B12er. Was nun?

Zum Glück hat derMensch das liebe Geld erfunden und genau an der Stelle wird es wichtig, genügend zu haben. Vitamin B12 lässt sich Supplementieren. Zahlreiche Hersteller bieten dazu verschiedenste Produkte an. Lutschpastillen, Drops, Tropfen, Pülverchen oder Mikrogetränke stehen zur Auswahl.

Was ist wohl das Beste?

Es ist immer noch Samstag Nachmittag. Ich stehe vor einem Einkaufszentrum mit Apotheke. Wozu sollte ich jetzt was im Internet bestellen? Hier gibt es alles. Fast alles. In der Abteilung für freiverkäufliche Arzneimittel wurde ich als erstes fündig. Biovatil und Radiofarm (Anm. d. Red: Namen geändert) bieten jeweils Produkte mit sagenumwobenen 100mcgr und Hochdosiert in 250mcgr des Vitamins an. Kostenfaktor: Jenseits aller Erwartungen für Webshopper trotz entfallenden Versandkosten. Man bedenke, das bei der Supplementation von B12 lediglich um 10% des Präparates bioverfügbar sein werden. Daher halte ich nach einer Dosis von 1000mcgr Ausschau. Fehlanzeige. In der Apotheke ausserhalb hielt man vom Hersteller VITASPRINT die Darreichungsform von 500mcgr B12 im 2-Komponenten Verfahren bereit. Sehr interessant. Es handelt sich um ein Gemisch aus Glutamin, DL-Phosphonoserin und Cyanocobalamin, dem eigentlichen Vitamin B12. So weit so gut Was auch immer das heisst, es konnte mir niemand vor Ort sagen. Gekauft habe ich eine Packung mit 10 Flaschen á 500mcgr B12 für 20,90€. Die Verzehrempfehlung ist eine Flasche pro Tag = 2,09/Drink. Schön, wenn es so enorm wirkt, wie es kostet. Bei anschließender Recherche kam heraus, das Cyanocobalamin die billige Version von B12 ist. Es gibt folgende Wirkstoffe:

  • Cyanocobalamin: Dieser Wirkstoff entsteht aus der Kombination von Vitamin B12 und dem Cyanid (Blausäure). Obwohl er sehr stabil ist und einfach erstellt werden kann, kann er zum Teil starke allergische Reaktionen auslösen (auch bei kleinen Mengen). Raucher und Leute mit Nierenproblemen sollten ebenfalls darauf verzichten, da Cyanid eine negative Reaktion im Körper erzeugen kann.
  • Hydroxocobalamin: Seine Vorteile sind, dass er keine Giftstoffe freisetzt, für den Körper leichter verfügbar ist und eine bessere Depot-Wirkung hat. Er ist vor allem in Injektionen enthalten und wird in hohen Dosen zur Entgiftung des Körpers eingesetzt.
  • Methylcobalamin: Dieser Wirkstoff ist eine biologisch aktive Form von Vitamin B12, die direkt vom Körper verarbeitet werden kann. Dazu wird er als eine „bio-identische“ Form von Vitamin B12 definiert und kann ebenfalls sehr gut in der Leber gespeichert werden.
  • Adenosylcobalamin: Genau wie Methylcobalamin ist dieser Wirkstoff eine aktive Form von Vitamin B12 und kann sehr gut in der Leber gespeichert werden.

Weiter enthalten ist noch Glutamin. Das bekommt man in der weiten Supplemente Welt ebenfalls für wenige Cent im Großpaket. Das DL-Phosphonoserin, die Propansäure, wird für bessere B12 Bioverfügbarkeit verwendet und ist ein ebenfalls recht günstiges Erzeugnis. Wie kommt es dann zu 20,90€ für 10 Fläschen? Ganz einfach. Draufschreiben. Es ist sicherlich nicht die Kostbarkeit der Inhaltsstoffe, die Pfizer mit dem VITASPRINT auf den Markt wirft. Es werden eher die Lizenzen der Mischung, das Design, Vertrieb und Marketing und vor Allem, die sehr Aufwendige 2-Komponenten Verpackung sein, die den B12-User pro Shot 2,09€ zu Buche schlagen lassen.

Der Müllberg wächst dank Vitasprint.

Die Verpackung samt Inhalt

Angenommen, die Bioverfügbarkeit ist enorm, es bleibt nach Konsum der 500mcgr des Vitaminpräparates eine Glasflasche mit Kunststoffdeckeln zurück. Bei Lutschpastillen bleiben im schlechtesten Fall eine Plastikdose oder wie bei Robert Franz eine Glasflasche auf ca. 60-200 Pastillen zurück. Auch im Preis halten Online Produkte kräftig dagegen. So sind es bei den gängigen 1000mcgr Lutschtabletten lediglich 0,10-0,20€ je Einheit. Auf den Wirkstoff gesehen liegt Viatsprint mit einem 10-20 – Fachem Preis weit in Führung..! Daher der Name “Apothekenpreise”. Das heisst auch, den wachsenden Müllberg finanzierst du bzw als akuter Konsument im Moment grad ich selbst. Mein kommendes B12 Produkt werden wieder Lutschpastillen aus dem www sein, soviel ist klar.

Apothekenpreise sind nur in Apotheken erhältlich.

Denkt bitte dran, das das Vitamin B12 in gängiger Verabreichung lediglich um 10% vom Körper aufgenommen wird. Daher eine Empfehlung zu Lutschtabletten, da die Aufnahme über die Mundschleimhaut im Vergleich zu Injektionen einfach und gut ist.